KIND UND HUND - DIE WICHTIGSTEN GRUNDREGELN

Gerne stehen wir euch mit Rat und Tat zur Seite.

"Hundeleute" wissen, dass gerade Kinder und Hunde gut zusammenpassen und es häufig ganz innige Freundschaften zwischen ihnen gibt.


Grundlage für diese Freundschaft ist die richtige "Sprache" zwischen Mensch und Tier, um unangenehme Zwischenfälle durch bloße Missverständnisse zu vermeiden.


Deshalb haben der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und der SV (Verein für Deutsche Schäferhunde) die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Hunden zusammengestellt, von der zufälligen Begegnung bis hin zum ständigen Zusammenleben.


Liebe Eltern, besprechen und erklären sie ihrem Kind diese Regeln und sorgen sie so für einen besseren und sicheren Umgang mit unseren vierbeinigen Freunden.


Regel 1: Ein Hund kann noch so lieb aussehen - geh nicht ohne zu fragen zu ihm hin!


Wenn ein Hund will, wird er schon von selbst zu dir kommen. Viele Hunde lieben Kinder, weil man so gut mit ihnen Spielen kann. Aber: woher soll der Hund wissen, dass du es gut mit ihm meinst? Vielleicht ist gerade dieser Hund von einem Kind mit blauer Hose und langen Haaren - so wie du - schlecht behandelt worden, und nun meint er, alle Kinder, die so aussehen, sind nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Vielleicht hat auch der Nachbarsjunge, der dir ähnlich sieht, mit Steinen nach ihm geworfen, und nun hat er Angst, dass du das gleiche tun könntest. Man kann nie wissen, welche Erfahrungen ein Hund schon gemacht hat. Deshalb immer erst Herrchen oder Frauchen fragen, wenn du einen Hund begrüßen oder streicheln willst.


Übrigens: Wenn ein Hund auf seinem Platz oder in seinem Körbchen in der Wohnung oder draußen in seiner Hüte liegt, dann will er meist in Ruhe gelassen werden. Das Lager des Hundes ist sein Reich, sein Rückzugsort - akzeptiere das und störe ihn dort nicht.

Regel 2: Behandle einen Hund so, wie du selbst behandelt werden möchtest!

Auch du magst es nicht, wenn man dir an den Ohren oder den Haaren zieht, versucht dir in der Nase herumzubohren, auf die Zehen tritt oder Dich auch nur einfach abknutscht, wenn dir gerade nicht danach zumute ist. Hunde können nicht reden und sagen: "Hör auf!". Sie können sich nur mit ihren Zähnen wehren, und das kann sehr wehtun. Und Hunde haben ein sehr gutes Gedächtnis. Ein Hund, der erst klein und putzig ist, hat später als großer Schäferhund oder Bernhardiner nicht vergessen, wer ihn als Hundebaby mal geärgert hat.

Regel 3: Vermeide alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte!

Zunächst etwas Grundsätzliches: Der Hund betrachtet uns Menschen als eine Art "Superhund". Wir sind zwar ein wenig anders als er, aber wir leben mit ihm zusammen, also müssen wir etwas Ähnliches sein. Jeder Hund ist glücklich, wenn er in einer - hoffentlich vom Menschen bestimmten - Rangordnung leben darf und seinen bestimmten Platz hat. Die Besseren und Stärkeren sind über ihm, die Schwächeren oder Schlechteren rangieren eben weiter unten und müssen ihm gehorchen. Wenn wir jetzt grundlos einen Hund bedrohen, stellen wir seine so wichtige Rangordnung in Frage. Und die wird er verteidigen! Es gibt für ihn nur zwei Möglichkeiten: Entweder er kneift und wartet auf eine günstige Gelegenheit, um es dem "unverschämten Menschenhund" zu zeigen oder, was wahrscheinlicher ist, er kämpft. Und wir sehen bei so einem Kampf nicht sehr gut aus. Abgesehen von der Schnelligkeit eines Hundes, schau dir seine Zähne an und dann deine eigenen. Wir Menschen sind dem Hund durch unsere Klugheit überlegen und diese Möglichkeit sollten wir nutzen, anstatt ihn zu bedrohen oder gar mit ihm zu kämpfen.

Regel 4: Schau einem Hund nicht starr in die Augen!

Er könnte dieses Verhalten nämlich als Herausforderung oder gar Bedrohung halten, denn wenn sich zwei fremde Hunde begegnen, so versuchen sie zuerst sich über ihre Stellung in der für sie so wichtigen Rangordnung zu einigen. Dazu gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Das "Sich-in-die-Augen-Schauen" ist ein ganz wichtiges Mittel. Die beiden Hunde starren sich in die Augen bis einer den Kopf wegdreht. Der andere, überlegene, ist zufrieden und beide sind froh, dass die Fronten ohne Kampf geklärt werden konnten. So einfach ist das. Kann sich jedoch keiner entscheiden wegzusehen - nun, dann muss eben gekämpft werden, um den Rang zu behaupten. Wie schon gesagt: Wir sehen in einem Hundekampf nicht eben gut aus, deshalb ist es besser, wir signalisieren dem Hund, dass wir so gut sind, dass wir es gar nicht nötig haben, dies unter Beweis zu stellen.

Regel 5: Störe keinen Hund beim Fressen und versuche unter gar keinen Umständen, ihm sein Futter wegzunehmen! Schon als kleiner Welpe lernt ein Hund, sich mehr oder weniger heftig mit seinen Geschwistern um das Futter zu streiten. Das teils heftige Gerangel geht mit Fellsträuben, Knurren, Abwehrschnappen und ähnlichem einher. Für uns mag solch ein Futterneid nicht verständlich sein, für Tiere, besonders in freier Wildbahn, ist er überlebenswichtig. Auch als erwachsener Hund wird jeder Vierbeiner sein Recht auf das heißersehnte Futter behaupten. Etwas wegnehmen darf ihm nur der oberste Chef. Ansonsten wird jede Störung beim Fressen als Angriff auf sein Futterrecht gesehen und nicht ohne weiteres hingenommen, sondern entsprechend verteidigt. Also: Finger weg vom Futternapf!


Regel 6: Versuche nie, raufende Hunde zu trennen! Viele Hunde spielen gerne miteinander. Dabei kann es ihnen so gehen, wie es euch manchmal auch geht: Plötzlich wird aus dem Spiel Ernst, ein Wort gibt das andere - und schon ist eine handfeste Rauferei im Gange. Außerdem hast du inzwischen schon gelernt, dass es noch einige andere Gründe gibt, warum Hunde kämpfen: Rangordnung, Futterneid, wenn sie sich bedroht fühlen und verteidigen müssen. Ein kämpfender Hund konzentriert sich nur auf seinen Gegner, dabei hört und sieht er nichts anderes mehr. Deshalb merkt er auch nicht, wenn er in eine Hand beißt, die ihm eigentlich helfen will. Darum gilt für dich: Auch wenn sich so ein Hundekampf ziemlich schlimm anhört und böse aussieht - nie dazwischengehen. Bleib außer Reichweite und hol schnell Erwachsene zu Hilfe. Die müssen allerdings auch sehr vorsichtig sein, wenn sie die Raufbolde trennen wollen.


Nochmals ein kleines Wort an die Eltern:

Liebe Eltern, bitte erklären sie ihrem Kind, dass ein Hund - wie jedes andere Lebewesen auch - kein "Prügelknabe" ist, sondern dass man seine Persönlichkeit und seine Bedürfnisse respektieren muss. Vermitteln sie ihrem Kind, dass Gefühl, dass der Hund ein Teil der Familie ist, auf den man dieselbe Rücksicht nehmen muss, wie auf alle anderen Familienmitglieder auch. Umgekehrt wird ein Hund, der sich als vollwertiges Familienmitglied sicher und geborgen fühlt, Kinder entsprechend behandeln, ihnen ein geduldiger Spielgefährte, mehr noch ein zuverlässiger Beschützer sein.

 

Und nun zu den Kindern:

Regel 7: Wenn du mit einem Hund spielst, achte darauf seinen Zähnen nicht zu nahe zu kommen!

 

Verstehen sich auch ohne viel Worte, aber mit viel Liebe und Respekt: Alaskan Malamute-Hündin Polar und ihr zweibeiniger Partner.

Hunde spielen für ihr Leben gern! Selbst alt und grau gewordene Hundeopas und -omas werden scheinbar wieder jung, wenn es gilt, einem Stöckchen oder Ball hinterherzulaufen. Denn es liegt in der Natur des Hundes, etwas zu fangen oder zu erjagen, es dann festzuhalten, spielerisch darum zu kämpfen und es zu verteidigen. Dabei kann es leicht passieren, dass das Tier im Eifer einmal mit den Zähnen daneben schnappt. Das ist zwar nicht böse gemeint, kann aber ganz schön wehtun. Vielleicht hat der Hund als Welpe auch nicht gelernt, wie fest man den "Menschenhund" anpacken darf. Wehr dich deshalb schon bei einem Junghund mit einem entschiedenen "Nein!" oder "Aus!", wenn er dich beim Spielen mal zwickt, so wird er dich als erwachsener Hund auch mit der entsprechenden Vorsicht behandeln. Grundsätzlich ist es beim Spielen aber einfach besser und sicherer, den Zähnen nicht zu nahe zu kommen.

Regel 8: Wenn du mit einem Hund spielst, achte sicherheitshalber darauf, dass ein Erwachsener in der Nähe ist!

Hunde sind prima Spielkameraden, trotzdem kann es aber vorkommen, dass sie vor lauter Spielen vergessen, dass unser "Fell" dünner ist als das eigene oder sie wollen es einfach nicht loslassen (wie es im Übrigen auch deinem Freund oder großen Bruder manchmal einfällt). Spielen zwei Hunde nämlich miteinander wird ganz ordentlich am Fell des anderen gezuppelt und versucht ihn daran festzuhalten. Wie gut, wenn man in solch einem Fall jemanden zu Hilfe rufen kann. Erwachsenen sind nun mal größer und kräftiger als Kinder, was für den Hund ganz automatisch bedeutet, dass sie auch mehr zu sagen haben. Und genau wie bei dir und deinem großen Bruder können sie ganz schnell die Wogen glätten. Und noch etwas: Wenn dir Erwachsene im Zusammenhang mit einem Hund etwas verbieten, muss das unbedingt befolgt werden. Sie sagen das nicht, um dich zu ärgern, sondern aus Sorge um dich.

Regel 9: Hände weg von der Rute des Hundes! Versuche nicht an der Rute eines Hundes zu ziehen und tritt nicht darauf!

Es ist für uns nicht ganz so einfach zu begreifen, was die Rute dem Hund bedeutet, weil wir so etwas nicht haben. Klar ist nur, dass die Rute für den Hund ein wichtiges Ausdrucksmittel darstellt. So wie wir unsere Sprache mit den Händen unterstreichen, ergänzt der Hund seine "Sprache" mit der Rute. Normalerweise wird dieses mehr oder weniger lange, gerade oder geringelte Körperteil leicht hin und her wedelnd durch die Gegend getragen - der Hund ist zufrieden und fühlt sich wohl. Wird die Rute jedoch zwischen die Hinterbeine geklemmt, ist Vorsicht geboten. So zeigt der Hund nämlich, dass er Angst hat, und ängstliche Tiere schnappen durch ihre Unsicherheit schneller mal zu. Das gleiche gilt für den Fall, dass der Hund die Rute steil und gerade hoch oder nach hinten streckt. Das bedeutet: "Achtung, ich bin gerade furchtbar sauer. Wenn ich nicht in Ruhe gelassen werde, werde ich mit meinen Zähnen für Ordnung sorgen." Darüber hinaus ist so gut wie jeder Hund unheimlich stolz auf sein prachtvolles Ende und hat es deshalb gar nicht gern, wenn man danach greift - man könnte ihm ja etwas tun - und dagegen würde er sich wehren.

Regel 10: Egal, ob du Angst hast oder nicht - laufe nie vor einem Hund davon!

Erstens ist der Hund sowieso schneller. Zweitens hat jeder Hund einen Jagdinstinkt. Das ist etwas, das in jedem Hund drinsteckt und ihn anregt, hinter allem, was sich schnell bewegt hinterherzurennen und es festzuhalten. Einfach schlecht, wenn du das zufällig bist. Zwar bemühen sich normalerweise alle Herrchen und Frauchen ihrem Vierbeiner beizubringen, dass er niemandem hinterherläuft. Es kann aber passieren, dass seine Natur mit ihm durchgeht. Da hilft es auch nicht, auf eine Bank oder etwas ähnliches zu klettern, denn Hunde können nicht nur schnell laufen, sondern auch erstaunlich hoch springen. Wenn ist es nur ratsam z.B. auf einer hohen Mauer oder einem Baum Zuflucht zu suchen. Läufst du allerdings nicht weg, weckst du auch nicht den Jagdtrieb des Hundes und du wirst für ihn uninteressant.

Und jetzt noch etwas wichtiges zum Abschluss:

Kein Hund ist wie der andere! Bei jedem Hund musst du erst herausfinden, ob er dich mag. Ein Dackel ist beispielsweise freundlich - ein anderer knurrt, weil er Kinder nicht leiden kann. Kurz gesagt: zwei Hunde, die gleich aussehen, können ganz verschieden sein. Darum musst du jeden Hund neu kennen lernen. Zeigt dir der Hund, dass ihm deine Bekanntschaft nicht angenehm ist, dann las ihn. Versuche nie, ihn trotzdem zu streicheln oder gar zu umarmen. Du weißt ja nicht, ob er nicht schon schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht hat. Aber keine Angst, die meisten Hunde sind freundlich, wenn du nett zu ihnen bist und dich bemühst, ihre "Hundesprache" zu verstehen.

 

Quelle : www.canosan.de/kind-und-hund.aspx